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Wie können sich Umwelteinflüsse auf den Blutzuckerspiegel auswirken?

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Wussten Sie, dass die Umwelt Ihren Blutzuckerspiegel beeinflussen kann? 

In diesem Leitfaden wird erklärt, wie Ihre Umgebung - von einem Höhenunterschied bis zur Temperatur - Ihren Diabetes beeinflussen und Blutzuckerschwankungen verursachen kann.1 Außerdem erhalten Sie wertvolle Tipps, wie Sie diese Schwankungen effektiv bewältigen können.

Wie Höhe den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann

Große Höhenlagen können Schwankungen des Blutzuckerspiegels verursachen.1,2

Manchmal kann der Blutzuckerspiegel in großer Höhe sinken, was das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)erhöht.2,3 Das kann passieren, weil Kohlenhydrate in großer Höhe tendenziell langsamer aufgenommen werden.2,4 Außerdem unternehmen wir in der Regel körperliche Aktivitäten wie Trekking und Wandern, um in solche Höhen zu gelangen, was das Risiko einer Unterzuckerung weiter erhöhen kann.2-4

In anderen Fällen können Höhenlagen Hyperglykämie, d. h. einen hohen Blutzuckerspiegel, verursachen.2,4 Dies kann durch eine veränderte Reaktion der Zellen auf Insulin verursacht werden.4

Außerdem kann Ihr Körper bei Höhen- oder Bergkrankheit bestimmte Hormone produzieren, die den Blutzuckerspiegel erhöhen und einen erhöhten Insulinbedarf verursachen können.

Hinzu kommt, dass die Symptome der Höhenkrankheit mit denen einer Unterzuckerung identisch sein können.2 In manchen Fällen ist man also versucht zu glauben, man habe einen niedrigen Blutzucker, obwohl der Blutzucker in Wirklichkeit zu hoch ist.2

Tipps zum Wandern mit Diabetes

Wenn Sie gerne wandern, trekken oder klettern, sollten Sie die folgenden Tipps beachten, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass alles reibungslos verläuft:1,2,5,6

  • Sprechen Sie vor Ihrer Abreise mit Ihrem medizinischen Team über mögliche Anpassungen Ihrer Basalinsulinrate
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker beim Wandern regelmäßiger
  • Nehmen Sie ausreichend Snacks und Getränke mit
  • Vermeiden Sie, alleine zu wandern, und wenn Sie es doch tun, geben Sie anderen Bescheid, wo Sie sind, und bleiben Sie in Kontakt mit ihnen
  • Informieren Sie Ihre Mitwanderer, dass Sie Diabetes haben und was im Notfall zu tun ist

Diabetes und Temperatur

owohl heiße als auch kalte Temperaturen können sich auf den Blutzuckerspiegel und das Risiko diabetesbedingter Komplikationen auswirken.7,8 Das liegt daran, dass Kälte und Hitze den Körper stressen können und der Blutzuckerspiegel steigt oder fällt, wenn der Körper versucht, sich an diese Stressfaktoren anzupassen.7 

Für Menschen mit Diabetes kann es auch schwieriger sein, auf extreme Temperaturen zu reagieren und sich ihnen anzupassen.
 

Diabetes und Hitze

Hitze kann Diabetes auf verschiedene Weise beeinflussen. Erstens können hohe Temperaturen zu einem sprunghaften Anstieg des Blutzuckerspiegels führen, weil das Blut langsamer zu den Nieren fließt, was bei Dehydrierung der Fall ist.6 

Hitze kann auch dazu führen, dass der Körper Hormone wie Adrenalin und Cortisol ausschüttet, die der Wirkung von Insulin entgegenwirken und den Blutzuckerspiegel erhöhen.9

Außerdem weiten sich bei Hitze die Blutgefäße, wodurch Insulin schneller aufgenommen wird.6,9 Daher besteht für Menschen mit Typ-1-Diabetes (und Typ-2-Diabetes) im Sommer ein höheres Risiko einer Unterzuckerung.6,7,9 

Typ-1-Diabetes verändert auch die typische Reaktion des Körpers auf Hitze. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist es schwieriger, die überschüssige Wärme durch Schwitzen und Erweiterung der Blutgefäße loszuwerden und eine stabile Kerntemperatur aufrechtzuerhalten.7,10,11 Daher kann Typ-1-Diabetes das Risiko eines Hitzschlags und anderer hitzebedingter Erkrankungen erhöhen, insbesondere wenn Sie bei Hitze Sport treiben.10,11

Umgang mit Diabetes im Sommer

Um sicherzustellen, dass Sie im Sommer einen kühlen Kopf bewahren, Ihren Blutzuckerspiegel im Rahmen halten und Komplikationen vermeiden, sollten Sie die folgenden Tipps beachten:5,6

  • Trinken Sie viel Wasser
  • Meiden Sie direkte Sonne und bleiben Sie im Schatten
  • Testen Sie regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel 
  • Treiben Sie Sport morgens oder abends, wenn die Temperaturen niedriger sind, oder trainieren Sie in einem klimatisierten Fitnessstudio5
  • Nehmen Sie zusätzliche Snacks für den Fall einer Unterzuckerung mit
  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Insulin vor Hitze schützen, da extrem hohe Temperaturen die Wirksamkeit des Insulins beeinträchtigen können
  • Tragen Sie Sonnencreme großzügig auf

Wussten Sie schon? Sonnenbrand kann den Blutzuckerspiegel erhöhen.5,6 Das liegt daran, dass ein Sonnenbrand den Körper zusätzlich und unnötig belastet, was zu Blutzuckerspitzen führen kann.6 

Diabetes und Kälte 

Wenn Sie mit Typ-1-Diabetes leben, neigen Ihre Blutzuckerwerte in der kalten Jahreszeit zu stärkeren Schwankungen.8

Darüber hinaus kann Typ-1-Diabetes zu einer schlechteren Durchblutung führen, was Sie anfälliger für kältebedingte Krankheiten machen kann.8  Auch die erhöhte Anzahl von Erkältungs- und Grippeviren im Winter kann eine zusätzliche Herausforderung darstellen.8

Umgang mit Diabetes im Winter

Befolgen Sie diese Tipps, um Ihren Diabetes bei kalten Temperaturen im Griff zu behalten:8

  • Stärken Sie Ihr Immunsystem, um Erkältungsviren abzuwehren, indem Sie sich gesund ernähren, ausreichend schlafen, viel Wasser trinken und Sport treiben
  • Ziehen Sie die Einnahme von Vitaminen in Betracht, um den Winter zu überstehen, aber sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie etwas Neues einnehmen
  • Lassen Sie sich gegen Grippe impfen, um grippebedingte Komplikationen zu vermeiden
  • Testen Sie Ihren Blutzucker regelmäßiger und achten Sie auf einen erhöhten Ketonspiegel

Diabetes und Umweltverschmutzung

Möglicherweise führt Luftverschmutzung zu Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes oder kann die Insulinresistenz bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verschlimmern.11,12 

Schadstoffe in der Luft können die Produktion entzündungsfördernder Proteine im Körper erhöhen, was die Insulin-Signalübertragung  beeinträchtigt.12 Sie können auch dazu führen, dass das sympathische Nervensystem des Körpers (das die Kampf- oder Fluchtreaktion steuert) auf Hochtouren läuft.12 Dies wiederum beeinflusst die Insulinresistenz

Luftverschmutzung kann auch Herzkomplikationen bei Diabetes verschlimmern.11

Das Leben in einer Region mit starker Umweltverschmutzung kann Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen mit und ohne Diabetes haben, was die Bedeutung der Bekämpfung der Klimaerwärmung und der Umweltverschmutzung für die globale Gesundheit hervorhebt.11

Höhenlagen, extreme Temperaturen und Umweltverschmutzung können zu Blutzuckerschwankungen führen und sich auf Diabetes auswirken. Befolgen Sie die hier aufgeführten Tipps, um Komplikationen zu vermeiden und Ihren Blutzuckerspiegel auf Kurs zu halten. 
 

 

 

 

Quellen

  1. IDF. Diabetes and travelling. Accessed 26 August 2024. Available at: https://idf.org/europe/media/uploads/sites/2/2023/06/AwarenessPaper-DiabetesAndTravelling-21Dec2020_compressed.pdf
  2. Malcolm G, Rilstone S, Sivasubramaniyam S, et al. Managing diabetes at high altitude: personal experience with support from a Multidisciplinary Physical Activity and Diabetes Clinic. BMJ Open Sport Exerc Med. 2017;3(1):e000238. Published 16 August 2017. https://doi.org/10.1136/bmjsem-2017-000238
  3. Dugan CW, Maloney SK, Abramoff KJ, et al. Effects of simulated high altitude on blood glucose levels during exercise in individuals with type 1 diabetes. J Clin Endocrinol Metab. 2022;107(5):1375–1382. https://doi.org/10.1210/clinem/dgab881
  4. Koufakis T, Karras SN, Mustafa OG, et al. The effects of high altitude on glucose homeostasis, metabolic control, and other diabetes-related parameters: From animal studies to real life. High Alt Med Biol. 2019;20(1):1–11. https://doi.org/10.1089/ham.2018.0076
  5. CDC. Managing diabetes in the heat. Accessed 26 August 2024. Available at: https://www.cdc.gov/diabetes/articles/managing-diabetes-in-the-heat.html
  6. BreakthroughT1D (formerly JDRF). A guide to summer with T1D. Accessed 26 August 2024. Available at: https://www.breakthrought1d.org/news-and-updates/guide-to-summer-with-type-1-diabetes/
  7. Kenny GP, Sigal RJ, McGinn R. Body temperature regulation in diabetes. Temperature (Austin). 2016;3(1):119–145. Published 4 January 2016. https://doi.org/10.1080/23328940.2015.1131506
  8. JDRF. Surviving winter with type 1 diabetes. Accessed 26 August 2024. Available at: https://jdrf.ca/surviving-winter-with-type-1-diabetes/
  9. Miyamura K, Nawa N, Nishimura H, et al. Association between heat exposure and hospitalization for diabetic ketoacidosis, hyperosmolar hyperglycemic state, and hypoglycemia in Japan. Environ Int. 2022;167:107410. https://doi.org/10.1016/j.envint.2022.107410
  10. Notley SR, Poirier MP, Yardley JE, et al. Impaired whole-body heat loss in type 1 diabetes during exercise in the heat: A cause for concern? Diabetologia. 2019;62:1087–1089. https://doi.org/10.1007/s00125-019-4858-5/
  11. Ratter-Rieck JM, Roden M, Herder C. Diabetes and climate change: Current evidence and implications for people with diabetes, clinicians and policy stakeholders. Diabetologia. 2023;66(6):1003–1015. https://doi.org/10.1007/s00125-023-05901-y
  12. Zhang S, Mwiberi S, Pickford R, et al. Longitudinal associations between ambient air pollution and insulin sensitivity: results from the KORA cohort study. Lancet Planet Health. 2021;5(1):e39–e49. https://doi.org/10.1016/S2542-5196(20)30275-8
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Diabetes und Krankheit: Wie wirken sich Krankheiten auf den Glukosespiegel aus?

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Typ-1-Diabetes & Krankheit: Wie wirken sich Krankheiten auf den Glukosespiegel aus?

Wenn man Typ-1-Diabetes hat, können Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe das Diabetesmanagement komplizierter machen. Krankheiten können sich auf Ihren Diabetes auswirken und dazu führen, dass Ihre Glukosewerte schwerer zu kontrollieren sind [1, 2].


Wenn man Diabetes hat, ist es gut zu wissen, wie man sich verhält, wenn man krank ist oder sich nicht wohl fühlt. Außerdem ist es hilfreich zu wissen, wie genau sich Krankheiten auf den Glukosespiegel auswirken können und wie man an Krankheitstagen mit Diabetes umgeht. 
 

Wie sich Krankheiten auf Diabetes auswirken können

Wenn Sie eine Erkältung, Grippe, einen Magen-Darm-Infekt oder eine andere akute Krankheit haben, kann es schwieriger werden, Ihren Diabetes zu managen [1, 2]. 

Das liegt daran, dass der Körper bei der Bekämpfung der Krankheit chemische Stoffe wie Zytokine, also Proteine, die vom Immunsystem freigesetzt werden, und Stresshormone freisetzt [1]. Diese Chemikalien wiederum erhöhen den Glukosespiegel und den Insulinbedarf [1].

Die während der Krankheit freigesetzten chemischen Stoffe können zusammen mit der Insulininsuffizienz das Risiko von Diabetes-Komplikationen, wie z.B. der diabetischen Ketoazidose, erhöhen [2, 3]. Wenn Ihr Körper nicht genügend Insulin hat, verbrennt er bevorzugt Fett anstatt Glukose und zerlegt es in Ketone [2]. Zu viele und zu schnell produzierte Ketone können eine diabetische Ketoazidose verursachen [2].  

Krankheiten, wie Erbrechen oder Durchfall, können auch dazu führen, dass Sie keine Nahrung bei sich behalten, nicht so viel wie sonst essen oder nicht die Dinge essen können, die Sie normalerweise essen würden. All das kann Ihren Glukosespiegel beeinflussen [2].

Regeln für Krankheitstage: Tipps für den Umgang mit Diabetes und Krankheit 

Wenn Sie sich krank fühlen und Diabetes haben, empfehlen Expertenorganisationen, bestimmte Richtlinien zu befolgen, die wir im Folgenden vorstellen [3]. Diese Tipps werden manchmal auch als "Regeln für Krankheitstage" bezeichnet. Sie helfen, den Blutzucker zu kontrollieren und Komplikationen zu vermeiden, während Sie krank sind [3, 4, 5].

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Diabetesteam einen Plan für den Umgang mit Krankheitstagen besprechen und erstellen, damit Sie vorbereitet sind [6]. 

Genug trinken

Wenn Sie krank sind, sollten Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen [4, 6]. Wenn Sie unter Übelkeit oder Erbrechen leiden, versuchen Sie, den ganzen Tag über, alle 15 Minuten, kleine Schlucke  zu trinken oder an Eiswürfeln zu lutschen [4, 6].

Achten Sie darauf, dass Sie genug essen

Ausreichende Kalorienzufuhr ist ebenso wichtig wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr [3]. 

Versuchen Sie, so zu essen, wie Sie es normalerweise tun würden [2], auch wenn Ihnen nicht danach ist. Nach Angaben der amerikanischen Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sollten Sie versuchen, alle vier Stunden 50 Gramm Kohlenhydrate über die Nahrung aufzunehmen [2]. Wenn das zu schwer ist oder Sie das Essen nicht bei sich behalten können, müssen Sie vielleicht zu zuckerhaltigen Getränken greifen [2]. 

Wenn Sie aufgrund von unzureichender Ernährung eine Unterzuckerung erleiden (Ihr Blutzucker fällt unter Ihre Zielwerte), befolgen Sie die 15-15-Regel, um Ihren Blutzucker wieder in die Normwerte zurückzuführen [4]. Nehmen Sie 15 Gramm einfache Kohlenhydrate zu sich, die leicht aufgenommen werden können (z.B. Honig, Marmelade, Gummibärchen oder Saft), warten Sie 15 Minuten und testen Sie dann erneut Ihren Blutzucker [4].

In unserem Artikel erfahren Sie mehr über Unterzuckerung und was Sie tun können.

Messen Sie Ihre Glukosewerte

Wenn Sie krank sind, sollten Sie Ihren Glukosespiegel tagsüber und nachts häufiger als sonst messen [4]. 

Eine gute Faustregel ist alle zwei bis drei Stunden [4]. Wenn Sie ein kontinuierliches Glukosemessgerät (CGM) haben, sollten Sie es häufiger im Auge behalten [4]. 
 

Keton-Test

Wenn Ihr Körper nicht genügend Insulin hat, kann er zu viele Ketone bilden, wodurch sich das Risiko einer diabetischen Ketoazidose erhöht [2, 6].

Der Keton-Test ist zur Vorbeugung einer diabetischen Ketoazidose unerlässlich [3]. Ihr Diabetesteam wird Sie informieren, wie Sie Ihren Ketonspiegel überprüfen können. 

Rufen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihr Pflegeteam an, wenn der Test hohe Ketonwerte anzeigt - Sie müssen möglicherweise sofort behandelt werden [2]. Ohne Behandlung kann eine schwere Ketoazidose zu lebensbedrohlichen Problemen wie Koma führen [2, 6].

Die ADA empfiehlt, bei Krankheit alle vier bis sechs Stunden einen Keton-Test durchzuführen [6]. 

Die folgenden Anzeichen weisen auf eine diabetische Ketoazidose hin [6]:

  • Hoher Blutzucker
  • Hohe Ketonkonzentrationen in Urin oder Blut
  • Durstgefühl oder trockener Mund 
  • Häufigeres Urinieren als sonst
  • Schläfrigkeit oder Verwirrtheit
  • Errötetes Gesicht
  • Übelkeit, Erbrechen oder Unterleibsschmerzen 
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Fruchtiger Atem


Rufen Sie sofort Ihren Arzt an, wenn Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen [6]. 

Nehmen Sie Ihr Insulin weiter ein 

Wenn Ihr Glukosespiegel während der Krankheit im Normbereich liegt, verabreichen Sie das Insulin wie gewohnt weiter [2]. Nehmen Sie Ihr Insulin, auch wenn Sie sich krank fühlen oder sich übergeben müssen [7]. 

Wenn Ihr Blutzucker jedoch zu stark abfällt (Hypoglykämie) oder zu stark ansteigt (Hyperglykämie), müssen Sie Ihre Insulindosis möglicherweise anpassen [3, 5].

Sprechen Sie mit Ihrem Betreuungsteam darüber, wie und wann Sie Ihre Insulindosis im Krankheitsfall anpassen müssen [6, 7]. Sie können sich auch an Ihr Betreuungsteam wenden, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie mit Ihrer Krankheit alleine zurechtkommen [5].
 

Weitere Tipps und Vorsichtsmassnahmen

Bei Erkältung oder Grippe empfiehlt die ADA (Americcan Diabetes Association), mit dem Arzt zu besprechen, welche Medikamente eingenommen werden sollen [6]. Eine Empfehlung zum Umgang mit Krankheit finden Sie außerdem in den Leitlinien der DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft). Sogar rezeptfreie Medikamente können den Glukosespiegel beeinflussen oder mit Ihrer aktuellen Diabetesmedikation in Konflikt geraten [6]. 

Wenn Sie ein kontinuierliches Glukosemessgerät (CGM) tragen, denken Sie daran, dass die Sensoren mancher Marken durch Paracetamol beeinträchtigt werden können [4]. Erkundigen Sie sich deshalb bei Ihrem Hersteller. Sollte dies der Fall sein, stellen Sie sicher, dass Sie zusätzliche Blutzuckermessungen mit einem regelmäßigen Fingerstich-Messgerät durchführen [4].
 

Tipps für den Umgang mit Krankheiten bei Kindern mit Diabetes

Nach Angaben der International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes (ISPAD) sollte das Diabetes-Betreuungsteam Ihres Kindes Sie und Ihr Kind über die Richtlinien für Krankheitstage aufklären, einschließlich der Anpassung der Insulindosis [12]. 

Darüber hinaus nennt die ISPAD mehrere wichtige Regeln für das Krankheitsmanagement bei Kindern mit Typ-1-Diabetes, darunter [12]:

 

  • Der Blutzucker sollte alle drei bis vier Stunden, auch nachts, kontrolliert werden; Ketone im Blut oder Urin sollten ebenfalls überwacht werden.
  • Je nach Ergebnissen des Blutzuckermessgeräts kann eine Anpassung der Insulindosis erforderlich sein, aber es darf keinesfalls abgesetzt werden! 
  • Während der Behandlung der akuten Erkrankung (oder der Verschlimmerung der Symptome) sollte das Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Brühe oder Hühnersuppe sind für die Flüssigkeitszufuhr bei Kindern besser geeignet als reines Wasser, insbesondere wenn sie erbrechen oder Durchfall haben. 

Bei sehr kleinen Kindern, z.B. Vorschulkindern, kann sich eine Unterzuckerung anders äußern als bei Erwachsenen [13]. Anzeichen einer Hypoglykämie sind unter anderem [13]:

 

  • Reizbarkeit 
  • Unruhe 
  • Schweigsamkeit
  • Dickköpfigkeit 
  • Wutanfälle 

Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden zur Erkennung und Behandlung von Hypoglykämie bei Kindern.

Wenn Sie mit Diabetes leben, können Krankheiten dazu führen, dass Ihr Glukosespiegel schwankt [1, 2]. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Sie Ihre Glukosewerte und Ihre Ketone genau überwachen und die oben genannten Regeln für Krankheitstage beachten [3, 6]. 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrem Diabetes-Team, wenn Sie unsicher sind, was zu tun ist, wenn Sie Ihre Glukosewerte nicht wieder in den Normbereich bringen oder wenn Sie Anzeichen von Komplikationen zeigen [5, 6].

Quellen

  1. Egi M, Furushima N, Makino S, Mizobuchi S. Glycemic control in acute illness. Korean J Anesthesiol. 2017;70(6):591-595. doi:10.4097/kjae.2017.70.6.591, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5716815/
  2. Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Managing Sick Days, Aufgerufen am 13.07.2023. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/diabetes/managing/flu-sick-days.html
  3. Auchterlonie A, Okosieme OE. Preventing diabetic ketoacidosis: do patients adhere to sick-day rules?. Clin Med (Lond). 2013;13(1):120. doi:10.7861/clinmedicine.13-1-120, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5873695/
  4. American Diabetes Association (ADA), If You Get Sick, Know What to Do, Aufgerufen am 13.07.2023. Verfügbar unter: https://diabetes.org/coronavirus-covid-19/know-what-to-do
  5. Watson KE, Dhaliwal K, Robertshaw S, et al. Consensus Recommendations for Sick Day Medication Guidance for People With Diabetes, Kidney, or Cardiovascular Disease: A Modified Delphi Process. Am J Kidney Dis. 2023;81(5):564-574. doi:10.1053/j.ajkd.2022.10.012
  6. American Diabetes Association (ADA), Getting Sick: COVID-19 Vaccination Guide, Aufgerufen am 04.12.2023. Verfügbar unter: https://diabetes.org/getting-sick-with-diabetes/coronavirus-covid-19/vaccination-guide
  7. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK), Take Care of Your Diabetes During Sick Days & Special Times, Aufgerufen am 13.07.2023. Verfügbar unter
  8. KnowDiabetesByHeart, Flu: There's a Vaccine for That, Aufgerufen am 04.12.2023. Verfügbar unter: https://www.knowdiabetesbyheart.org/articles/flu-theres-a-vaccine-for-that/
  9. American Diabetes Association (ADA), About Diabetes: Vaccinations, Aufgerufen am 04.12.2023. Verfügbar unter: https://diabetes.org/about-diabetes/vaccinations
  10. American Diabetes Association (ADA), Getting Sick: COVID-19 Vaccination Guide, Aufgerufen am 04.12.2023. Verfügbar unter:https://diabetes.org/getting-sick-with-diabetes/coronavirus-covid-19/vaccination-guide
  11. Diabetes UK, Coronavirus Vaccines and Diabetes, Aufgerufen am 04.12.2023. Verfügbar unter: https://www.diabetes.org.uk/about_us/news/coronavirus-vaccines
  12. Laffel LM, Limbert C, Phelan H, Virmani A, Wood J, Hofer SE. ISPAD Clinical Practice Consensus Guidelines 2018: Sick day management in children and adolescents with diabetes. Pediatr Diabetes. 2018;19 Suppl 27:193-204. doi:10.1111/pedi.12741. https://doi.org/10.1111/pedi.12741
  13. Abraham MB, Karges B, Dovc K, et al. ISPAD Clinical Practice Consensus Guidelines 2022: Assessment and management of hypoglycemia in children and adolescents with diabetes. Pediatr Diabetes. 2022;23(8):1322-1340. doi:10.1111/pedi.13443. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10107518/
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Müdigkeit bei Diabetes: Was Sie tun können.

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Diabetes und Müdigkeit: Was Sie tun können

Eine der häufigsten Begleiterscheinungen, die bei Menschen mit Diabetes beobachtet werden, ist extreme Müdigkeit [1,2,3,4,5,6], ein Gefühl, das etwa die Hälfte der Menschen mit Diabetes nach eigenen Angaben bereits erlebt hat [1,2,4].


Es sollte jedoch darauf geachtet werden, die akute Müdigkeit von der chronischen Müdigkeit zu unterscheiden, um die jeweiligen Ursachen zu erklären und zu entscheiden, wie sie am besten bekämpft werden können [2,5].

Warum macht Diabetes müde?

Ob Müdigkeit oder Schläfrigkeit, Energielosigkeit oder Abgeschlagenheit, viele Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes fühlen sich oft erschöpft [1,2,3,4,5,6].
In der Tat kann Diabetes einhergehen mit 

  • veränderten Schlafgewohnheiten
  • Gewichtsabnahme
  • manchmal ein depressives Syndrom

All dies wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus [2,3,4,5,6]. Ständiges Aufwachen während der Nacht aufgrund einer nächtlichen Hypoglykämie und der häufige Harn-, Trink- oder Essensdrang können teilweise dafür verantwortlich sein [2,3,4,6].


Außerdem schwankt der Blutzuckerspiegel eines Menschen mit Diabetes im Laufe eines Tages. Bei diesen täglichen Schwankungen können Phasen der Hyper- oder Hypoglykämie auftreten, die ein breites Spektrum von Symptomen verursachen [2,3,4,5]. Wir bezeichnen diese als „akute“ Müdigkeitsepisoden [2,3,4].


Wenn das Gefühl der Erschöpfung länger als 6 Monate anhält, neigen wir dazu, an eine chronische Müdigkeit zu denken [2,3]. Diese anhaltende Asthenie hängt mit dem Abbau bestimmter Funktionen im Zusammenhang mit Diabetes zusammen [2,3,4].

Gibt es ein Heilmittel für diabetesbedingte Müdigkeit?

Diese Situationen, die zur Entwicklung von Müdigkeit führen, können durchaus korrigiert werden!

Um Ihre Müdigkeit zu bekämpfen, müssen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren [2,3,4,5]. Komisch formuliert. Eher: Die Stabilisierung Ihres Glukosespiegels und Reduzierung von Schwankungen kann dabei helfen, Episoden von Müdigkeit und Energiemangel zu verringern oder zu eliminieren [2,3,4,5].


Eine gesunde Ernährung ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung bei der Bekämpfung von Müdigkeit [2,3,4,5]. In der Praxis bedeutet dies, einen täglichen Lebensstil zu führen, der alles miteinander verbindet:

  • ihr gesundes Gewicht zu halten
  • sich regelmäßig körperlich zu betätigen
  • Stresssituationen reduzieren [3,4,5]

Quellen

  1. Maahs DM, West NA, Lawrence JM, Mayer-Davis EJ. Epidemiology of type 1 diabetes. Endocrinol Metab Clin North Am. 2010 Sep;39(3):481-97.
  2. Goedendorp MM, et al. Chronic fatigue in type 1 diabetes: highly prevalent but not explained by hyperglycemia or glucose variability. Diabetes Care. 2014.
  3. Kalra S, Sahay R. Diabetes Fatigue Syndrome. Diabetes Ther. 2018 Aug;9(4):1421-1429.
  4. Griggs S, Morris NS. Fatigue Among Adults With Type 1 Diabetes Mellitus and Implications for Self-Management: An Integrative Review. Diabetes Educ. 2018 Aug;44(4):325-339.
  5. Fritschi C, Quinn L. Fatigue in patients with diabetes: a review. J Psychosom Res. 2010 Jul;69(1):33-41.
  6. Jensen Ø, Bernklev T, Gibbs C, Moe RB, Hofsø D, Jelsness-Jørgensen LP. Fatigue in type 1 diabetes, prevalence, predictors and comparison with the background population. Diabetes Res Clin Pract. 2018 Sep;143:71-78.
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Die t:slim X2 beim Essen

Die t:slim X2 beim Essen

Neben dem normalen Bolus für die Mahlzeiteneinnahme gibt es die Möglichkeit, einen verlängerten Bolus abzugeben.

Der Standardbolus wird für Lebensmittel verwendet, die schnell in den Blutkreislauf aufgenommen werden, z. B. Lebensmittel mit niedrigem Fett-, Eiweiß- oder Ballaststoffgehalt (wie Weißbrot, Nudeln, Reis oder Obst).

Lebensmittel mit hohem Fett-, Eiweiß- oder Ballaststoffgehalt (wie z.B. Pizza, Pasta mit Sahnesoße, Sahnetorte oder auch bei Gastroparese) können den Blutzuckeranstieg verlangsamen. Wird hierbei nur ein Standardbolus abgegeben, steigt das Risiko einer Hypoglykämie. Der Grund ist, dass das Insulinanalogon innerhalb weniger Minuten und somit schneller wirkt, als die Kohlenhydrate im Blut ankommen.

Hier bietet die verlängerte Bolus-Funktion der t:slim X2 eine gute Möglichkeit: Zuerst werden die entsprechenden Kohlenhydrate in Gramm Kohlenhydrate in die Pumpe eingegeben. Daraus errechnet die t:slim X2 aufgrund des hinterlegten Kohlenhydrat-Insulin-Verhältnisses die korrekte Insulinmenge. Der Abgabezeitraum dieser Insulinmenge kann bei der t:slim X2 bis zu 8 Stunden verlängert werden.

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Die t:slim X2 beim Sport

Sport erhöht die Insulinsensitivität der Muskelzellen und reduziert den Insulinbedarf. Wie viel genau, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Dauer und Intensität der Übung, der Zeit, Art und Dosis des letzten Bolus sowie dem Blutzuckerspiegel und dem Trainingsstatus. Pumpenträger können die höhere Insulinsensitivität durch Senkung der Basalrate ausgleichen, da sonst das Risiko einer Hypoglykämie besteht.

Die t:slim X2 kann eine individuelle temporäre Basalrate abgeben. Dazu kann die Basalrate zwischen 15 Min. und 72 Std. mit einer Rate von 0-250% individuell eingestellt werden.

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