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Sport treiben mit einer Insulinpumpe

Weniger diabetesbedingte Komplikationen, erhöhte Insulinempfindlichkeit, Verbesserung der Lebensqualität ... Es gibt viele Vorteile regelmäßiger körperlicher Aktivität für Menschen, die mit Diabetes leben [1,2]!  
                                                               
Insulinpumpen, die mit Geräten zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) verbunden sind, können dabei helfen, die Glukosewerte während des Sports besser im Zielbereich zu halten. Bei vielen Menschen mit Diabetes gibt es allerdings auch weiterhin Bedenken, insbesondere die Angst vor Hypoglykämien, die die besten Vorsätze dämpfen können. Aber seien Sie beruhigt: Sport treiben und eine Insulinpumpe nutzen sind nicht unvereinbar [2].                                                
Lesen Sie unsere Ratschläge, wie Sie Ihre Insulinpumpe bei Sport und Bewegung einsetzen und welche Vorsichtsmaßnahmen Sie treffen sollten, um entspannt die Vorteile von körperlichen Aktivität genießen zu können.

Die Vorteile der Verwendung einer Insulinpumpe beim Sport

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Die Wirkung von Sport auf den Glukosespiegel hängt vom Gleichgewicht zwischen der im Körper verfügbaren Glukosemenge und deren Verbrauch durch die Muskeln ab. Dieses glykämische Gleichgewicht wird wiederum bestimmt durch
 
-        die Zuckermenge der letzten Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit
-        die Intensität und Dauer des Trainings
-        die spezifischen medizinischen Voraussetzungen der Person mit Diabetes [2,3].
 
Wenn zu viel aktives Insulin im Körper ist, kann es während oder nach dem Training zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen. Andererseits kann ein Mangel an Insulin bei körperlicher Betätigung zu einer Hyperglykämie führen [2]. Das Tragen einer Insulinpumpe beim Sport ist daher ideal, um den Blutzuckerspiegel präzise zu steuern.
Die Pumpe – gekoppelt mit einem kontinuierlichen Glukosemessgerät (rtCGM) – ermöglicht es, Schwankungen vorherzusehen, zu überwachen und die Zuckeraufnahme und die Insulindosis leicht auszugleichen, um innerhalb der empfohlenen Grenzwerte zu bleiben [1,2]. Diskret und praktisch, haben Insulinpumpen Patienten mit Diabetes dazu ermutigt, an sportlichen Aktivitäten teilzunehmen [2]. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Abgabe von Basalinsulin mit einer vorprogrammierten Rate, während sie gleichzeitig die Verabreichung eines zusätzlichen Bolus zu den Mahlzeiten und zur Korrektur [CK1] eines abnormal niedrigen oder hohen Blutzuckers möglich ist. [4].

Welche Vorteile bringt die Verwendung einer Insulinpumpe bei körperlicher Aktivität?

Die Hauptvorteile einer Insulinpumpe während körperlicher Betätigung liegen in der Flexibilität, die Basalrate des Insulins präzise anpassen zu können, wodurch Benutzer Hypoglykämie- und Hyperglykämie-Episoden in Kombination mit kontinuierlicher Blutzuckermessung (CGM) effektiver vermeiden können[1,2,3].

Umgang mit Ihrer Insulinpumpe vor und während körperlicher Aktivität

Während körperlicher Aktivität besteht für Menschen mit Typ-1-Diabetes ein hohes Risiko für Hypoglykämie [1,3]. Die Kombination aus Insulinpumpe und kontinuierlicher Glukosermessung ermöglicht Feineinstellungen während und nach dem Sport und minimiert das Risiko einer Hypoglykämie[2].

Wann ist der ideale Zeitpunkt zum Messen des Glukosespiegels?

Der Glukosespiegel sollte idealerweise 15 bis 45 Minuten vor Beginn des Sports oder einer anderen körperlichen Aktivität gemessen werden. Wenn möglich, sollte der Blutzucker auch während der sportlichen Betätigung alle 30 Minuten kontrolliert werden, damit Sie entsprechende Anpassungen vornehmen können. Eine engmaschige Kontrolle der Glukosewerte sollte noch 7 bis 11 Stunden nach dem Sport fortgesetzt werden, da die Insulinsensitivität in diesem Zeitraum oft ansteigt [2].

Bei Trainingseinheiten von mehr als 30 Minuten [3] ist es besser,
 

  • die Basalrate der Insulinpumpe vor und während des Trainings zu reduzieren
  • vor Beginn der Trainingseinheit zusätzliche Kohlenhydrate zu essen oder zu trinken
  • und/oder eine niedrigere Bolusabgabe während der Mahlzeit vor dem Training zu programmieren [1,2,3].

 
Die Reduzierung der Insulindosis wird von mehreren Faktoren bestimmt:
                                                

  • der Art der Übung (aerob (Ausdauertraining) oder anaerob (Muskeltraining))
  • der Dauer und Intensität der Übung
  • der Tageszeit, zu der die Aktivität stattfindet [2,3].

 
Der Abfall des Glukosespiegels kann noch eine gewisse Zeit nach der Trainingseinheit anhalten, da die Muskeln in dieser Zeit empfindlicher auf Insulin reagieren [2]. Je nach Insulinpumpen-Modell kann ein Modus wie "Sport" oder "Aktivität" ausgewählt werden, der ein Protokoll für die Insulinabgabe programmiert, die für sportliche Aktivitäten erforderlich ist, und zwar auf der Grundlage der vom CGM übermittelten Daten und eines Algorithmus [5]. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Diabetes-Team oder beachten Sie die Richtlinien des Herstellers Ihrer Pumpe.

Insulinpumpen und körperliche Aktivität: Kontraindikationen und Alternativen                                                                      
Die Verwendung einer Insulinpumpe ist bei Kontaktsportarten, Wassersportarten und Ausdauersportarten stark kontraindiziert, da sie ihre Position verändern oder sichunbeabsichtigt vom Körper lösen kann [1].                                                                        
 
um einen Insulinmangel und damit verbundene erhöhte Glukosewerte zu vermeiden, sollte die Insulinpumpe nicht länger als 2 Stunden vom Körper abgekoppelt sein [3].                                
Tipp: Stellen Sie sicher, dass Sie immer Zugang zu einem Insulin-Pen oder einer Einmalspritze [1] als Notlösung haben, falls Ihre Pumpe beschädigt wird, oder sich das Infusionsset vom Körper lösen sollte.

 

Quellen

  1. Christine Shugart, Jonathan Jackson, Karl B Fields. Diabetes in sports. Sports Health. 2010 Jan;2(1):29-38
  2. R. Codella, I Terruzzi, L Luzi. Why should people with type 1 diabetes exercise regularly? Acta Diabetol 2017 Jul;54(7):615-630.
  3. M.C Ridell et al. Exercice management in type 1 diabetes : a consensus statement. The Lancet, 23 janvier 2017.
  4. Klemen Dovc, Tadej Battelino. Evolution of Diabetes Technology. Endocrinol Metab Clin North Am. 2020 Mar;49(1):1-18. doi: 10.1016/j.ecl.2019.10.009. Epub 2019 Dec 4.
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Stillen und Diabetes: Kann ich stillen, wenn ich Diabetes habe?

breastfeeding with diabetes

Kann ich mein Kind stillen, wenn ich Diabetes habe?

Kann ich mein Kind stillen, wenn ich Diabetes habe?

Stillen ist für Frauen mit Diabetes möglich, unabhängig vom Typ der Diabetes Erkrankung (Gestationsdiabetes, Typ 1 Diabetes  oder Typ 2 Diabetes) [1,2,3,4,5,6,7].

Mütter mit einer Insulintherapie müssen lediglich darauf achten, dass ihre Insulindosis richtig eingestellt ist, damit der erste Milchfluss gleich nach der Geburt des Babys entsteht [1,4,6] und sie somit sicher stillen können. 

Stillen wird von medizinischem Fachpersonal empfohlen.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, dass Neugeborene in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch gefüttert werden [2,4,5]. Zahlreiche Studien zeigen außerdem, dass das Stillen sowohl für die Mutter als auch für das Kind gesundheitliche Vorteile hat [1,2,3,4].

Besser: Die Sorge, dass eine mütterliche Diabetes-Erkrankung die Qualität der Muttermilch beeinträchtigt, ist weitgehend unbegründet.

Die allgemeine Zusammensetzung der Muttermilch, einschließlich des Anteils an Laktose, dem Hauptzucker der Muttermilch, bleibt bei Müttern mit Diabetes weitestgehend unverändert im Vergleich zu Müttern ohne Diabetes. Stillen wird von Fachleuten ausdrücklich empfohlen.

Das Insulin (unabhängig von seiner Quelle, sei es körpereigenes oder injiziertes) gelangt nur in sehr geringen, normalen Mengen in die Muttermilch. Da es sich um ein Protein handelt, würde es im Verdauungstrakt des Babys zudem abgebaut. Die für Patientinnen mit Typ-1 unerlässliche Insulintherapie trägt maßgeblich zur Stabilisierung des mütterlichen Stoffwechsels bei. Ein gut eingestellter Blutzucker der Mutter ist die beste Voraussetzung für eine gute Milchproduktion und das Wohlbefinden des Babys.

Vorteile, die Stillen mit sich bringen kann:

Stillen ist gesundheitsfördernd, unabhängig vom Diabetes-Typ der Mutter [1,2,3,4,6] :

  • Es kann den Insulinbedarf von Müttern mit Typ-1-Diabetes reduzieren [1,4,6];
  • Es schützt die Mutter und ihr Baby vor einer möglichen Progression zu Typ-2-Diabetes, wenn sich während der Schwangerschaft ein Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hat [1,2,3];
  • Es erhöht die Glukosetoleranz und verbessert somit die Gesundheit von Müttern mit Typ-2-Diabetes [2].
     

Quellen

  1. [No authors listed]. Insulin. Drugs and Lactation Database (LactMed) [Internet]. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); 2020 Jul 20.
  2. Much D, Beyerlein A, Roßbauer M, Hummel S, Ziegler AG. Beneficial effects of breastfeeding in women with gestational diabetes mellitus. Mol Metab. 2014 Jan 21;3(3):284-92
  3. Wallenborn JT, Perera RA, Masho SW. Breastfeeding after Gestational Diabetes: Does Perceived Benefits Mediate the Relationship? J Pregnancy. 2017;2017:9581796.
  4. Achong N, Duncan EL, McIntyre HD, Callaway L. The physiological and glycaemic changes in breastfeeding women with type 1 diabetes mellitus. Diabetes Res Clin Pract. 2018 Jan;135:93-101.
  5. Linden K, Berg M, Adolfsson A, Sparud-Lundin C. Well-being, diabetes management and breastfeeding in mothers with type 1 diabetes - An explorative analysis. Sex Reprod Healthc. 2018 Mar;15:77-82.
  6. Feldman AZ, Brown FM. Management of Type 1 Diabetes in Pregnancy. Curr Diab Rep. 2016 Aug;16(8):76.
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Diabetes Typ-1: Symptome, Ursachen, Behandlungen

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Was ist Typ-1-Diabetes?

Was ist Typ-1-Diabetes?

Typ-1-Diabetes betrifft Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, unabhängig von Alter und Geschlecht [1,2,3]. Er ist durch Insulinmangel gekennzeichnet und wird dadurch verursacht, dass das Immunsystem Autoantikörper produziert, die sich gegen die Bauchspeicheldrüse richten und dann deren Betazellen teilweise oder vollständig zerstören [1,2,3,4,5,6,7]. 

Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse sind für die Sekretion von Insulin verantwortlich, einem essentiellen Hormon für die Regulierung des Blutzuckerspiegels [3,7]. Ihre Zerstörung führt zu einer Abnahme der Insulinproduktion, was wiederum eine Anhäufung von Zucker im Blut zur Folge hat, was zu einem erhöhten Risiko für Hyperglykämie und andere Komplikationen (Herzerkrankungen, Blindheit, Nierenversagen ...) führen kann [2,3,7].    

Aus diesem Grund werden Menschen mit Typ-1-Diabetes auch als insulinpflichtig eingestuft: Die Injektion von Insulin ist unerlässlich, damit Menschen mit Typ-1-Diabetes ihren Blutzuckerspiegel stabil halten können, da der Körper nicht mehr in der Lage ist, es in ausreichender Menge zu produzieren. [3,4,7].  

Symptome

Typ-1-Diabetes hat zwei vorherrschende Symptome:

  • ein häufiger Harndrang
  • ein Gefühl von übermäßigem Durst

Bei Kindern und Erwachsenen führt die Erkrankung häufig zu einem schnellen und deutlichen Gewichtsverlust, wobei der Appetit unbeeinflusst bleibt [7,8]. 
 

Ist es möglich, den Ausbruch des Typ-1-Diabetes zu verhindern?

Trotz zahlreicher Studien konnte bisher kein eindeutiger Weg zur Verhinderung des Ausbruchs von Diabetes gefunden werden, da die Erkrankung in ihren frühen Entwicklungsstadien keine Symptome aufweist. Die Dauer dieser asymptomatischen Phase kann individuell sehr unterschiedlich sein und sich über mehrere Monate oder Jahre erstrecken [5,7,8].

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Ursachen

Um die Entwicklung des Typ-1-Diabetes vollständig zu verstehen, muss eine Reihe von Faktoren berücksichtigt werden [2,3,8]. Obwohl einige Menschen eine genetische Veranlagung für Diabetes haben, sind die Ursachen sehr vielfältig und die Auswirkungen nicht genetischer Faktoren bleiben unklar [1,2,3].

Die Rolle, die die Vererbung beim Typ-1-Diabetes spielt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Nur 13 % der Patienten haben mindestens einen Elternteil mit Typ-1-Diabetes. Obwohl das Risiko der Vererbung steigt, wenn beide Elternteile betroffen sind, deutet diese Statistik darauf hin, dass auch Umwelteinflüsse an der Auslösung der Krankheit beteiligt sind [7]. 

Darüber hinaus versuchten Forscher in den letzten Jahren zu identifizieren, welche Lebensstile, Ernährungsgewohnheiten und andere umweltbedingte, perinatale oder pränatale Faktoren als potenzielle Auslöser für Typ-1-Diabetes angesehen werden können [1,2,3]. Dazu wurde eine Reihe von Studien durchgeführt, um die Auswirkungen einer Vielzahl von Faktoren zu untersuchen, darunter:

  • das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Schwangerschaft
  • mögliche Folgen eines Kaiserschnittes
  • ballaststoffarme und glutenhaltige Ernährung
  • Omega-3- und Vitamin-D-Mangel
  • Exposition gegenüber viralen Infektionen
  • Umweltverschmutzung
  • Stillen und der Konsum von Kuhmilch [3]

Die erzielten Ergebnisse scheinen jedoch nicht schlüssig genug zu sein, um mit Sicherheit sagen zu können, dass sie wahrscheinliche Ursachen für Typ-1-Diabetes sind. Es sind weitere Studien erforderlich, um ihre Beteiligung, wenn überhaupt, bestimmen zu können [1,2,7]. 

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Diagnose

Zeigen Sie oder eines Ihrer Kinder Anzeichen für einen Typ-1-Diabetes? Wenn dies der Fall ist, kann die Messung des Blutzuckerspiegels über ein Standard-Blutbild eine zuverlässige Erstdiagnose liefern [8]. Im Nüchternzustand ist ein Blutzuckerwert von mehr als 7,0 mmol/l (126 mg/dL) ein Indikator für das Vorliegen eines Diabetes [8]. Ein weiterer Parameter, der ebenfalls gemessen werden kann, ist die Konzentration des glykierten Hämoglobins (HbA1c). Ist dieser Wert größer als 6,5 % oder 48 mmol/mol, hat die getestete Person wahrscheinlich Diabetess [8].

Behandlungen

Die Behandlung des Typ-1-Diabetes mittels injiziertem Insulin hat sich in den letzten 30 Jahren immer weiter verbreitet und die Lebenserwartung von Menschen mit Diabetes erheblich erhöht [1,4]. 

Darüber hinaus haben jüngste technologische Fortschritte die Lebensqualität von Menschen mit Typ-1-Diabetes erheblich verbessert, insbesondere dadurch, dass sie die Risiken einer schweren Hypoglykämie reduzieren können [1]. Zu den neuesten verfügbaren Geräten gehören kontinuierliche Glukosemonitore (CGM), die eine kontinuierliche Gewebezuckermessung durchführen [6,8] und Insulinpumpen, die eine regelmäßige subkutane Verabreichung von Insulin ermöglichen [1,6].

Quellen:

  1. David M Maahs , Nancy A West, Jean M Lawrence, Elizabeth J Mayer-Davis. Epidemiology of type 1 diabetes. Endocrinol Metab Clin North Am. 2010 Sep; 39(3): 481–97.doi: 10.1016/j.ecl.2010.05.011.
  2. Jill M Norris, Randi K Johnson, Lars C Stene. Type 1 diabetes – early life origins and changing epidemiology. Lancet Diabetes Endocrinol. 2020 March; 8(3): 226–238. doi: 10.1016/S2213-8587(19)30412-7.
  3. Jeffrey A Bluestone, Kevan Herold, George Eisenbarth. Genetics, pathogenesis and clinical interventions in type 1 diabetes. Nature 2010 Apr 29; 464(7293): 1293–300. doi: 10.1038/nature08933.
  4. Wei Li, Edgar Huang, Sujuan Gao. Type 1 Diabetes Mellitus and Cognitive Impairments: A Systematic Review. J Alzheimers Dis 2017; 57(1): 29–36. doi: 10.3233/JAD-161250.
  5. Anette-G Ziegler, Ezio Bonifacio, Alvin C Powers, John A Todd, Leonard C Harrison, Mark A Atkinson. Type 1 Diabetes Prevention: A Goal Dependent on Accepting a Diagnosis of an Asymptomatic Disease. Diabetes 2016 Nov; 65(11): 3233–3239. doi: 10.2337/db16-0687.
  6. F S Wong, T I Tree. Historical and new insights into pathogenesis of type 1 diabetes. Clin Exp Immunol. 2019 Dec; 198(3): 292–293. doi: 10.1111/cei.13396.
  7. Simon E Regnell, Åke Lernmark. Early prediction of autoimmune (type 1) diabetes. Diabetologia. 2017 Aug; 60(8): 1370–1381. doi: 10.1007/s00125-017-4308-1. Epub 2017 May 26.
  8. Linda A DiMeglio, Carmella Evans-Molina, Richard A Oram Lancet. Type 1 diabetes. 2018 Jun 16; 391(10138): 2449–2462. doi: 10.1016/S0140-6736(18)31320-5.
  9. Jessica S Pierce, Chelsea Kozikowski, Joyce M Lee, Tim Wysocki. Type 1 diabetes in very young children: a model of parent and child influences on management and outcomes – Pediatr Diabetes. 2017 Feb; 18(1): 17–25. doi: 10.1111/pedi.12351. Epub 2015 Dec 29.

Wie funktioniert eine Insulinpumpe?

Wie funktioniert eine Insulinpumpe?

Die Geschichte der Insulinpumpe 

Die ersten Insulinpumpen stammen aus dem Jahr 1980. Die damaligen Modelle unterschieden sich optisch von den heutigen Insulinpumpen. Sie wurden entwickelt, um die Funktion der Bauchspeicheldrüse nachzuahmen und so den Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren. [2,3]

Die Insulinpumpen von heute haben mit denen von 1980 nicht mehr viel gemeinsam. Aber immer mehr Menschen mit Diabetes nutzen heutzutage eine Insulinpumpe. [2,4] Aber was ist genau eine Insulinpumpe? Woraus besteht sie und wie funktioniert sie? 

Was ist eine Insulinpumpe

Eine Insulinpumpe ist ein medizinisches Gerät, welches durch eine kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII) das natürliche Verhalten der Bauchspeicheldrüse nachahmt. Die Dosierung erfolgt durch eine rund um die Uhr programmierte Basalrate in der Insulinpumpe. [1,2,3,4]

CSII-Geräte bestehen aus:

  • einer kleinen elektronischen Pumpe, die über einen flexiblen Schlauch (60 bis 110 cm lang) mit der Bauchdecke verbunden ist 
  • einer Teflonkanüle oder einer Stahlkanüle, die eine subkutane Injektion von Insulin ermöglicht [1,5]


Die Pumpe enthält:

  • ein Insulinreservoir, das, je nach Hersteller, 200 bis 300 Einheiten Insulin fassen kann [5]
  • Einen Bildschirm, der es dem Benutzer ermöglicht, alle wichtigen Parameter, einschließlich Insulindosierung und Verabreichungszeiten, einzustellen [6].


Ähnlich der gesunden Bauchspeicheldrüse gibt die Insulinpumpe bedarfsgesteuert eine Dosis Basalinsulin ab [2]. Diese wird bei Mahlzeiten oder zur Korrektur einer Hyperglykämie durch zusätzliche Boli ergänzt [1].

Insulinpumpen und CGM

Die Insulindosis kann entsprechend dem Blutzuckerspiegel angepasst werden, der mit einem Blutzuckermessgerät gemessen wird [1,6]. Einige Pumpen sind direkt mit einem kontinuierlichen Glukosemessgerät (CGM) verbunden, sodass Nutzer die Glukoseveränderungen präziser steuern können als mit herkömmlichen Blutzuckermessgeräten [1,3,6].

Das CGM-Gerät fungiert als Sensor und Sender und ist besonders nützlich für Menschen mit Diabetes, die Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung von Hypoglykämien und Hyperglykämien haben [5]. Ein Sensor misst alle 5 bis 15 Minuten die Glukosekonzentration im Zwischenzellflüssigkeit und überträgt die Daten dann an einen speziellen Empfänger oder ein mobiles Gerät (Smartphone) [6].

Heute sind Insulinpumpen dank des Fortschritts in der Informationstechnologie und der Miniaturisierung von mikroelektronischen Komponenten zuverlässiger, komfortabler und kleiner geworden [2]. Durch drahtlose Übertragungssysteme wie Bluetooth entfällt der flexible Schlauch, während die Kommunikationsverbindung zwischen Pumpe und CGM-Gerät gewährleistet bleibt [2,5]. In Zukunft werden Bluetooth oder ähnliche Technologien mit extrem niedrigem Stromverbrauch den Energiebedarf weiter senken und damit die Batterielebensdauer von Insulinpumpen erhöhen [2].

Wie wird eine Insulinpumpe verwendet?

Der Beginn einer Insulintherapie mit einer Insulinpumpe muss von einem spezialisierten Gesundheitsteam (Ärzte, Diabetesberater:innen, Krankenpfleger:innen,die auf Diabetes oder Endokrinologie spezialisiert sind, und Diätassistent:innen) überwacht werden, das in der Anwendung von Insulinpumpen geschult ist.

Patienten müssen bereit und motiviert sein, mit dem medizinischen Team zusammenzuarbeiten um die richtige Anwendung einer Insulinpumpe zu erlernen.[5] Daten dann an einen speziellen Empfänger oder ein mobiles Gerät

Eine Insulinpumpe gibt kontinuierlich über 24 Stunden Insulin über eine feine Kanüle oder Nadel in das Unterhautgewebe ab [2,5].

Wie wird eine Insulinpumpe verwendet?

Der Beginn einer Insulintherapie mit einer Insulinpumpe muss von einem spezialisierten Gesundheitsteam (Ärzte, Diabetesberater:innen, Krankenpfleger:innen,die auf Diabetes oder Endokrinologie spezialisiert sind, und Diätassistent:innen) überwacht werden, das in der Anwendung von Insulinpumpen geschult ist.

Patienten müssen bereit und motiviert sein, mit dem medizinischen Team zusammenzuarbeiten um die richtige Anwendung einer Insulinpumpe zu erlernen.[5] Daten dann an einen speziellen Empfänger oder ein mobiles Gerät

Eine Insulinpumpe gibt kontinuierlich über 24 Stunden Insulin über eine feine Kanüle oder Nadel in das Unterhautgewebe ab [2,5].

Wo platziert man eine Insulinpumpe?

Die Infusionsstelle befindet sich normalerweise am Unterbauch, an der Aussenseite der Oberschenkel, an den Hüften, an den Armen oder am Gesäß [5]. Die Kanüle muss alle 2 bis 3 Tage gewechselt werden und kann je nach Pumpe bzw. Infusionsset, manuell oder automatisch gesetzt werden. Es ist ratsam, die Position der Kanüle bei jedem Wechsel zu variieren, um das Auftreten von Lipodystrophie (Ansammlung oder Verschlechterung von Hautfett) und Infektionen zu vermeiden [5].

In der Pumpe wird die Basalarate programmiert. Auf Grundlage der Basalrate gibt die Insulinpumpe kontinuierlich eine bestimmte Menge Insulin in einem programmierbaren Zeitsegment ab. Dadurch lassen sich individuelle Situationen wie z.B.: das Dawn-Phänomen besser kontrollieren [5].

Die Insulinpumpensysteme werden immer ausgefeilter und bieten über spezielle Smartphone-Anwendungen Funktionen zur Speicherung und Anzeige von Informationen. Bei den meisten Pumpen wird ein Bolusrechner verwendet, um...um zusätzliche Insulindosen in Abhängigkeit von Parametern wie:

  • dem Blutzuckerspiegel vor der Mahlzeit
  • die Kohlenhydratzufuhr während der Mahlzeit
  • dem Blutzuckerzielwert, der nach der Mahlzeit erreicht werden soll. [2].

Darüber hinaus verfügen einige Insulinpumpen über eine Warnfunktion für Benutzer und Betreuer, und einen Fernzugriff auf Daten (Batterieladung, Füllstände der Insulinreservoirs usw.)

Durch die Nutzung aller von der Insulinpumpe aufgezeichneten Daten ist es möglich, das Diabetesmanagement zu optimieren und das Auftreten von Komplikationen zu begrenzen [2,4].

Quellen

  1. Ministry of health and long term care-Ontario. Continuous Subcutaneous Insulin Infusion (CSII) Pumps for Type 1 and Type 2 Adult Diabetic Populations. Ontario Health Technology Assessment Series 2009;9(20) ; octobre 2009
  2. Andrew Fry. Insulin delivery device technology 2012: where are we after 90 years? J Diabetes Sci Technol. 2012 Jul 1;6(4):947-53. doi: 10.1177/193229681200600428.
  3. I. Vecchio et al. The discovery of insulin : an importatnt milestone in the history of medecine. Frontiers in Endocrinology 23 octobre 2018
  4. B. Karges et al. Association of Insulin Pump Therapy vs Insulin Injection Therapy With Severe Hypoglycemia, Ketoacidosis, and Glycemic Control Among Children, Adolescents, and Young Adults With Type 1 Diabetes. JAMA 10 octobre 2017 ; 318 (14); 1358-1366
  5. JC. Pickup, B.M., D.Phil. Insulin-Pump Therapy for Type 1 Diabetes Mellitus. NEJM 2012;366:1616-24.
  6. Klemen Dovc, Tadej Battelino. Evolution of Diabetes Technology. Endocrinol Metab Clin North Am. 2020 Mar;49(1):1-18. doi: 10.1016/j.ecl.2019.10.009. Epub 2019 Dec 4.

Kontinuierliche Glukosemessung (rtCGM)

Bei Diabetes ist es entscheidend, den Blutzuckerspiegel (Glykämie) jederzeit genau zu kennen. Diese Daten ermöglichen es Menschen, die mit Diabetes leben, ihre Insulintherapie nach Bedarf anzupassen und zu beurteilen, ob ihre Blutzuckerziele erreicht wurden.

Seit dem Jahr 2000 sind Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (rtCGM) auf dem Markt, die als Alternative zur blutigen Messung Anwendung fand. Was genau ist die kontinuierliche Glukosemessung und wie funktioniert sie?

 

continuous glucose monitoring (CGM)

Was ist die kontinuierliche Glukosemessung?

Die kontinuierliche Glukosemessung hat die Art und Weise revolutioniert, wie Menschen mit Diabetes, die ihre Erkrankung mit Insulininjektionen behandeln, ihren Blutzuckerspiegel messen.

rtCGM-Systeme zeigen den Blutzuckerspiegel einer Person an, den sie kontinuierlich und fast in Echtzeit messen. Sie sind spezielle elektronische Geräte, bestehend aus:

  • einem Sensor, der unter der Haut platziert wird und die Konzentration der interstitiellen Glukose misst, normalerweise in Intervallen von 1 bis 5 Minuten

  • einem Sender, der die Sensormesswerte speichert und/oder alle 5 bis 15 Minuten an den Empfänger sendet

  • einem speziellen Empfänger, der die Daten anzeigt, z. B. eine Insulinpumpe und/oder ein mobiles Gerät (ein Smartphone oder eine Smartwatch)

Einige rtCGM-Systeme ermöglichen es dem Benutzer, die Blutzuckermessung nur bei Bedarf zu sehen, indem sie den Verlauf des Blutzuckerspiegels anzeigen.

Die Entwicklung von rtCGM-Systemen

Seit ihrer Markteinführung haben sich rtCGM-Systeme erheblich weiterentwickelt. Ihre Größe, ihr Gewicht, ihre Komplexität und ihre Kosten haben sich verringert, während sich ihre Funktionen, ihre Benutzerfreundlichkeit und ihre Interaktivität stark verbessert haben. Auch die Datenanalyse hat sich durch spezialisierte Anwendungen für die Verwaltung und den Austausch von Daten mit Angehörigen und medizinischem Fachpersonal über das Internet und Smartphones weiterentwickelt.

Besonders nützlich ist die kontinuierliche Blutzuckermessung für Menschen mit häufigen, schweren und/oder nächtlichen Hypoglykämie-Perioden, Schwangere, Kinder und Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes, um das Diabetesmanagement zu verbessern

Wie funktionieren rtCGM-Systeme?

Die neuesten Arten von rtCGM-Systemen verwenden einen feinen Faden, der direkt unter die Haut eingeführt wird. Ein winziger Sensor an seiner Spitze misst den Glukosegehalt in der Gewebeflüssigkeit.

Wie hoch ist die Lebensdauer eines Sensors?

Die Lebensdauer der Sensoren variiert je nach Hersteller zwischen 7 und 14 Tagen. Es gibt auch Sensoren, die 90 bis 180 Tage lang verwendet werden können.

Der Sensor misst den Glukosespiegel in der interstitiellen Flüssigkeit, die die subkutanen Hautzellen umgibt, und nicht den tatsächlichen Zuckerspiegel im Blut. Das bedeutet, dass die Veränderungen etwas später beobachtet werden als die tatsächlichen Veränderungen des Blutzuckerspiegels. Diese Verzögerung erklärt sich aus der Tatsache, dass es Zeit braucht, bis die Glukose vom Blut in die Zwischenzellflüssigkeit übergeht.

In stabilen Blutzuckerphasen beträgt die durchschnittliche Verzögerung etwa 5 Minuten. Bei Episoden mit schnellen Blutzuckeränderungen, z. B. nach einer kohlenhydratlastigen Mahlzeit oder körperlicher Anstrengung, kann die Verzögerung jedoch mehr als zehn Minuten betragen.

Heute haben sich die Messfehlergrenzen von rtCGM-Systemen von 20 % auf 10 % halbiert. Dieser Grad an Zuverlässigkeit ist präzise genug, um eine Selbstanpassung der Insulindosis zu ermöglichen.

rtCGM-System und Insulinpumpe

Ein rtCGM-System ist häufig auch mit einer Insulinpumpe verbunden, die die Insulinabgabe automatisch auf der Grundlage der Blutzuckermessungen anpasst. Dadurch lassen sich korrigierende Insulinbolusvolumina präzise bestimmen und wenn eine Hypoglykämie festgestellt wird, wird die Insulinabgabe von der Pumpe vorübergehend ausgesetzt.

Mehrere Studien, in denen die Verwendung von rtCGMs und Glukosemessgeräten verglichen wurde, haben gezeigt, dass die kontinuierliche Blutzuckermessung eine bessere Blutzuckerkontrolle bietet. Dabei wird die Zeit im Zielbereich erhöht und das Risiko von Hypoglykämien und Hyperglykämien reduziert. CGM-Systeme haben die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes erheblich verbessert, indem sie die Entscheidungsfindung optimieren.

Quellen

  1. Klemen Dovc, Tadej Battelino. Evolution of Diabetes Technology. Endocrinol Metab Clin North Am. 2020 Mar;49(1):1-18. doi: 10.1016/j.ecl.2019.10.009. Epub 2019 Dec 4.
  2. D. Rodbard. Continuous Glucose Monitoring: A Review of Recent Studies Demonstrating Improved Glycemic Outcomes Diabetes technology and therapeutics. Vol. 19, supplem. 3, 2017.
  3. D. Rodbard. Continuous Glucose Monitoring: A Review of Successes, Challenges, and Opportunities. Diabetes technology and therapeutics, Volume 18, Supplement 2, 2016.

CGM

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Hypoglykämie: Symptome, Ursachen, Behandlungen

Hypoglykämie

Eine Hypoglykämie tritt auf, wenn der Glukosegehalt im Blut zu niedrig ist. Sie entsteht in der Regel durch Insulininjektionen und/oder die Einnahme von oralen Antidiabetika, was erklärt, warum Menschen, die mit Diabetes leben, besonders betroffen sind [1-6]. Dramatische Glukoseabfälle können auch nach dem Fasten, Auslassen von Mahlzeiten oder anstrengender körperlicher Betätigung auftreten [2].
 
Hypoglykämie ist sowohl für Menschen mit Typ-1 Diabetes, als auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes ein Problem, wobei Menschen mit Typ-1-Diabetes anfälliger dafür sind [1,3,4]. Bei Diabetes können die Folgen einer schweren Hypoglykämie ernst und sogar lebensbedrohlich sein. Es ist wichtig, zu wissen, wie man die Symptome erkennt und wie man darauf reagiert [1-4].

Die verschiedenen Arten der Hypoglykämie

Bei einer Hypoglykämie ist der Blutzuckerspiegel abnormal niedrig – weniger als 3,9 mmol/l (70mg/dl) – und wird normalerweise von einem oder mehreren Symptomen begleitet [2,4].
 
Die Hypoglykämie hat zwei Schweregrade:

  • moderate Hypoglykämie: wenn sie selbst behandelt werden kann
  • schwere Hypoglykämie: wenn Fremdhilfe erforderlich ist [1,4]

 
Die Körperfunktionen kehren zur Normalität zurück, wenn der Glukosespiegel wieder ansteigt [4].

Diabetes und Hypoglykämie: Welche Symptome gehen damit einher?

Glukose dient als Energiequelle für den Körper. Ohne sie können der Körper und das Gehirn nicht mehr richtig funktionieren [1]. Sinkt der Glukosespiegel zu weit ab, reagiert der Körper und schlägt Alarm, indem er immer stärkere Signale sendet [1,2,4].
Die ersten Symptome einer Hypoglykämie, die je nach Alter und Diabetes-Typ variieren können [1,6], sind:

  • Herzrasen
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Angstzustände
  • Hunger
  • Blässe
  • Übelkeit [4,6]

 
Die Symptome können sich je nach Schweregrad der Hypoglykämie allmählich verschlimmern. Hinzu kommen können: 

  • Konzentrations- und Sehstörungen
  • Schwindel
  • Schwäche
  • Extreme Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrung
  •  Amnesie
  • Krampfanfälle

Bewusstlosigkeit aufgrund des niedrigen Blutzuckerspiegels im Gehirn [4,6]
 

Was ist zu tun, wenn Sie mit einer Hypoglykämie konfrontiert werden?

Wenn Sie in der Lage sind, die Symptome eines kritisch niedrigen Blutzuckerspiegels zu erkennen, müssen Sie schnell handeln und Ihren Glukosespiegel stabilisieren [5]. Ein weiterer wichtiger Grund, Hypoglykämien vorzubeugen ist, dass sie bei wiederholtem Auftreten das Gegenregulationssystem des Körpers verändern und Symptome einer Hypoglykämie nicht mehr richtig wahrgenommen werden [1,3].


Wenn die ersten Symptome einer Unterzuckerung auftreten oder Sie sich unwohl fühlen, kontrollieren Sie sofort Ihren Glukosewert, um Ihren Verdacht zu bestätigen. Das Kontrollieren ermöglicht es auch, den Schweregrad zu erkennen und somit angemessen zu handeln [5,6].

Sobald eine Hypoglykämie festgestellt wird, sollten Sie als erstes ein zuckerhaltiges Getränk zu sich nehmen oder ein Stück Traubenzucker essen [1,6]. Dann testen Sie weiter, bis Ihr Glukosespiegel wieder normal ist [5].

Eine schwere Hypoglykämie kann zu Bewusstlosigkeit führen. 

Wie kann in einem solchen Fall eine andere Person helfen?

Sie sollten den Notdienst anrufen. Sprechen Sie mit Ihrem medizinischen Team darüber, wie man mit Notfallsituationen umgeht und ob Sie möchten, dass die Menschen in Ihrer Umgebung darin geschult werden, wie sie Sie behandeln sollen, wenn Sie bewusstlos werden. Eltern von Kindern mit Diabetes sollten auch mit dem behandelnden Arzt des Kindes besprechen, wie sie mit solchen Situationen umgehen.

Der beste Weg, um hypoglykämische Episoden zu vermeiden, ist, den Blutzucker engmaschig zu kontrollieren.[1,2,4].

Quellen

  1. Ahmed Iqbal, Simon Heller. Managing hypoglycaemia. Best Practice & Research Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 30, Issue 3, June 2016, Pages 413-430.
  2. Richard Silbert, Alejandro Salcido-Montenegro, Rene Rodriguez-Gutierrez, Abdulrahman Katabi, Rozalina G McCoy. Hypoglycemia among Patients with Type 2 Diabetes: Epidemiology, Risk Factors, and Prevention Strategies. Curr Diab Rep . 2018 Jun 21;18(8):53.
  3. Michael R. Rickels. Hypoglycemia‐associated autonomic failure, counterregulatory responses, and therapeutic options in type 1 diabetes. Ann N Y Acad Sci. 2019 October ; 1454(1): 68–79.
  4. Janusz Gumprecht, Katarzyna Nabrdalik. Hypoglycemia in patients with insulin-treated diabetes. POLSKIE ARCHIWUM MEDYCYNY WEWNĘTRZNEJ 2016; 126 (11): 870-878.
  5. Wendy Klein-Schwartz, Gina L Stassinos, Geoffrey K Isbister. Treatment of sulfonylurea and insulin overdose. Br J Clin Pharmacol. 2016 Mar;81(3):496-504. Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG), Cologne, Germany.
  6. Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG), Cologne, Germany. Hyperglycemia and hypoglycemia in type 2 diabetes. May 29, 2007; Last Update: January 11, 2018 Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG); 2006.

Diabetes, Hypoglykämie und Hyperglykämie

Das Hormon Insulin ist lebensnotwendig. Seine Aufgabe ist der Transport von Glukose im Blut zu den Zellen im ganzen Körper. Bei Menschen, die mit Diabetes leben, ist die Insulinproduktion schlecht oder nicht vorhanden, was zu abnormalen Veränderungen der Glykämie (des Glukosespiegels) führt [1,2].

Man spricht von Hyperglykämie, wenn die Glukosemenge im Blut zu hoch ist [1,2,3], und von Hypoglykämie, wenn sie zu niedrig ist [1,2,4,5]. Bei Diabetes besteht die größte Herausforderung darin, den Glukosespiegel zu stabilisieren und die Auswirkungen der Krankheit zu minimieren [4,5].

Diabetes und Hyperglykämie: Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist

hyperglykemie

Bei Menschen mit Diabetes kommt es zu einem chronisch starken Anstieg des Blutzuckerspiegels [1,2]. Diese häufigen Blutzuckerspitzen werden als Hyperglykämie bezeichnet und können sich in einem oder mehreren Symptomen äußern [1,2]:

  • übermäßiger Durst
  • häufiges Bedürfnis zu urinieren
  • spürbarer Energieverlust, begleitet von Muskelschwäche
  • anhaltende Müdigkeit
  • Übelkeit [1,2,3]
     

Welcher Glukosespiegel gilt als hyperglykämisch?

Eine Hyperglykämie bezeichnet einen erhöhten Glukosespiegel. Dies ist definitionsgemäß bei einem Nüchternglukosegehalt ab 100 mg/dl (5,5 mmol/l) bzw. 140 mg/dl (7,8 mmol/l) 2 Stunden nach der Mahlzeit (postprandial) der Fall. Diabetes kann diagnostiziert werden, wenn eine zufällige Blutzuckermessung einen Wert von 200 mg/dl} (11,1 mmol/l) oder höher zeigt, und der Patient gleichzeitig typische Diabetes-Symptome aufweist [3]. Bei unbehandeltem Dialbetes kann der Glukosewert auch bei 1000 mg/dL liegen. Euglykämie bezeichnet einen "normalen"  Glukosespiegel zwischen 3,3 und 7,8 mmol/l (60mg/dl und 140mg/dl) [1,2]

Schwere Hyperglykämie kann zu akuten Komplikationen wie einer Ketoazidose und hyperosmolarem Koma führen, die beide für Menschen mit Diabetes lebensbedrohlich sind [2,3]. Um das Risiko von Hyperglykämien zu reduzieren, müssen Menschen mit Diabetes ihren Blutzuckerspiegel jederzeit kontrollieren [3]. Eine strenge medizinische Überwachung ermöglicht es ihnen, je nach Diabete-Typ und spezifischen Gesundheitsproblemen die notwendigen Anpassungen vorzunehmen: regelmäßige Glukosemessung, angemessene Ernährung, tägliche Insulininjektionen und/oder Einnahme von oralen Antidiabetika [2,3].

Diabetes und Hypoglykämie: Wenn der Glukoserspiegel zu niedrig ist

Hypoglykemi

Im Gegensatz zur Hyperglykämie tritt eine Hypoglykämie auf, wenn der Glukosespiegel zu niedrig ist. Es ist eine gefährliche Situation, die Menschen betreffen kann, die Insulin spritzen oder bestimmte orale Antidiabetika einnehmen [1,2,4,5]. Menschen mit Typ-1-Diabetes sind anfälliger für hypoglykämische Episoden, da die Behandlung dieser Form der Erkrankung in der Regel auf einer Insulintherapie basiert [5].

Welcher Blutzuckerspiegel gilt als hypoglykämisch?

Eine Hypoglykämie ist durch eine Glukosekonzentration von weniger als 3,9 mmol/l / 70 mg/dL  gekennzeichnet [1,2,4,5]. Manchmal treten die Symptome jedoch erst auf, wenn der Blutzuckerspiegel unter 3,0 mmol/l / 54mg/dl  fällt [5].

Es gibt zwei Kategorien von Symptomen, die für eine Hypoglykämie spezifisch sind:

  • adrenerge Symptome (Zittern, Herzklopfen, Nervosität, Angst usw.), die im Allgemeinen zuerst auftreten und als Warnzeichen dienen sollten [2,4,5]
  • neuroglykopenische Symptome (Krampfanfälle, Müdigkeit, Verwirrtheit usw.), die durch den Mangel an Glukose im Gehirn und im zentralen Nervensystem entstehen [1,2,4,5]

Wenn eine Hypoglykämie nicht behandelt wird, kann sie in der Folge zu komatösen Zuständen und gegebenenfalls zum Tod führen. Es ist wichtig zu wissen, wie man die Anzeichen einer Hypoglykämie bei einer Person mit Diabetes erkennt [1,4,5]. Der Glukosespiegel muss sehr regelmäßig gemessen werden [1,2,4,5] und wenn dieser zu niedrig ist, müssen Sie sofort handeln [2,5]. Das Trinken oder Essen von etwas Süßem, zum Beispiel Fruchtsaft, lässt den Glukosespiegel schnell wieder ansteigen [1,2,4,5]. Achtung: Light-Getränke helfen in diesem Fall überhaupt nicht. 
 

Quellen

  1. Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG),Cologne,Germany. Hyperglycemia and hypoglycemia in type 1 diabetes. May 29, 2007; Last Update:June 29, 2017.
  2. Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG), Cologne, Germany. Hyperglycemia and hypoglycemia in type 2 diabetes. May 29, 2007; Last Update: October 22, 2020 Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG); 2006.
  3. Michelle Mouri, Madhu Badireddy. Hyperglycemia. StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL) : StatPearls Publishing; 2020 Jan. 2020 Sep 10. PMID: 28613650 NBK430900.
  4. Elizabeth R Seaquist 1, John Anderson, Belinda Childs, Philip Cryer, Samuel Dagogo-Jack, Lisa Fish, Simon R Heller, Henry Rodriguez, James Rosenzweig, Robert Vigersky. Hypoglycemia and Diabetes: A Report of a Workgroup of the American Diabetes Association and The Endocrine Society. Diabetes Care. 2013 May; 36(5): 1384–1395. Published online 2013 Apr 13. doi: 10.2337/dc12-2480 PMCID: PMC3631867 PMID: 23589542.
  5. Philip Mathew, Deepu Thoppil. Hypoglycemia. StatPearls [Internet]. Treasure Island(FL) : StatPearls Publishing; 2020 Jan.2020 Mar 16. PMID: 30521262 NBK534841.
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