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Wie man mit Menschen ohne Diabetes über den eigenen Diabetes spricht

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Typ-1-Diabetes: Wie können Sie über die Krankheit sprechen?

Mit Menschen, die nicht mit der Krankheit leben, über Diabetes zu sprechen, kann schwierig oder unangenehm sein [1]. Es hat jedoch viele Vorteile, wenn Sie Ihre Familie, Ihre Freunde und Kollegen darüber informieren [1].  

In diesem Artikel wird erklärt, wie man mit Menschen ohne Diabetes über Diabetes spricht. Die folgenden Informationen sollen Ihnen bei Gesprächen helfen, die sich zunächst vielleicht unangenehm anfühlen, Ihnen aber langfristig helfen können, mit Ihrem Diabetes besser umzugehen [1].

Warum ist es wichtig, über Diabetes zu reden?

Mit Freunden, Verwandten und Kollegen über Ihren Diabetes zu reden, kann in mehrfacher Hinsicht hilfreich sein [1]: 

  • Die Unterstützung von Freunden und Verwandten kann Ihnen dabei helfen, mit der Krankheit besser umzugehen, sowohl emotional als auch praktisch.
  • Hilfreiche, informierte Freunde und Kollegen können Ihnen in Notfällen helfen - zum Beispiel, wenn Sie einen niedrigen Blutzuckerspiegel oder eine Hypoglykämie (eine "Unterzuckerung") haben.
  • Indem Sie Freunde und Kollegen informieren, vermeiden Sie Missverständnisse bei der Deutung Ihrer Symptome. So kann eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) leicht mit Trunkenheit verwechselt werden – ein informiertes Umfeld kann hier lebenswichtig reagieren [2]. Daher kann es hilfreich sein, wenn Sie Ihre Freunden über Ihren Zustand und die Symptome einer Unterzuckerung aufklären, auf die sie achten sollten

Wenn Sie offen über Ihre Krankheit sprechen, können Sie schnell mit anderen Menschen in Kontakt kommen, die ebenfalls an Typ-1-Diabetes leiden. Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen in Ihrem Umfeld auch andere Menschen mit dieser Krankheit kennen [1].

Was tun Sie, wenn Sie nicht zum Reden bereit sind?

Manche Menschen empfinden es als unangenehm, peinlich oder entmutigend, offen über ihren Diabetes zu sprechen [1, 3]. Lassen Sie sich Zeit, um zu entscheiden, wann Sie mit Ihren Freunden und Kollegen darüber sprechen wollen [1]. Denken Sie daran, dass Sie zeitlich nicht unter Druck stehen, wenn es um den mentalen Umgang mit Typ-1-Diabetes geht; Gehen Sie die Schritte in Ihrem ganz persönlichen Tempo an [3]. 

Wenn es Ihnen unangenehm ist, mit Kollegen darüber zu sprechen, können Sie auf Informationsbroschüren verweisen, die andere selbst durchblättern können, oder Sie können diese Unterlagen als Leitfaden für Ihr Gespräch verwenden [3].

Bedenken Sie jedoch: Je früher Sie mit anderen über Ihre Erkrankung sprechen, desto einfacher ist es [1]. Ein Aufschieben des Gesprächs könnte die Dinge langfristig noch unangenehmer machen [1].

Sie müssen ja auch nicht alles auf einmal preisgeben, wenn Ihnen unwohl dabei ist [1]. Vielleicht sagen Sie zuerst einfach, dass Sie Diabetes haben und Insulin spritzen müssen, oder informieren Sie Ihr Umfeld vorab über die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen [1]. 

Wie erklärt man anderen Diabetes?

Eine einfache Möglichkeit, um Typ-1-Diabetes zu erklären: 

„Typ-1-Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Körper nicht mehr in der Lage ist, Insulin zu produzieren. Insulin ist ein wichtiges Hormon. Ohne Insulin wird der Glukosespiegel im Blut zu hoch. Deshalb müssen Sie regelmäßig Insulin verabreichen [3]. Typ-1-Diabetes kann jeden treffen, in jedem Alter, unabhängig davon, was man isst oder wie aktiv man lebt [3]." 

Wenn Sie Menschen ohne Diabetes Ihre Krankheit erklären, werden die Dinge für andere verständlicher, negative Klischeevorstellungen werden beseitigt und Stigmatisierungen abgebaut [3]. 

Und wenn Sie nicht die Energie haben, die Dinge selbst zu erklären, können Sie jederzeit auf hilfreiche Unterlagen und Broschüren verweisen. Im Folgenden haben wir eine Liste hilfreicher Ressourcen für Sie zusammengestellt.

Sprechen Sie mit Ihren Freunden und Ihren Verwandten über Diabetes

Ihren Angehörigen mitzuteilen, dass Sie Diabetes haben, kann beängstigend wirken [1]. Man kann die Reaktionen anderer nie genau vorhersagen und manchmal fallen diese vielleicht weniger hilfreich aus, als Sie es sich erhofft haben.
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Folgendes könnte passieren:

  • Vielleicht geben sich Ihre Eltern selbst die Schuld an Ihrer Erkrankung. Diese emotionale Überforderung der Eltern führt oft dazu, dass Sie zusätzlich zu Ihrem eigenen Befinden auch noch deren Reaktionen bewältigen müssen [1].
  • Angehörige zeigen ihre Fürsorge vielleicht auf eine Art und Weise, die Sie als nervig empfinden. Sie fragen vielleicht ständig, wie es Ihnen geht, oder erinnern Sie daran, Ihren Blutzucker zu messen [1].
  • Freunde könnten Kommentare abgeben, die unangemessen oder unsensibel erscheinen [1]. Das hängt mit Unwissenheit und dem Diabetes-Stigma zusammen, d.h. mit negativen Einstellungen oder Vorurteilen gegenüber Menschen mit Diabetes [4]. Man könnte zum Beispiel fälschlicherweise glauben, dass Ihr Diabetes durch schlechte Gewohnheiten und falsche Entscheidungen hinsichtlich Ihres Lebensstils verursacht wird [4].

Nutzen Sie die folgenden Tipps, um diese Probleme zu lösen. 

Denken Sie daran, dass es in Ordnung ist, Grenzen zu setzen. Sie haben ein Recht auf Ihren Freiraum und es ist absolut in Ordnung, Eltern oder Angehörigen zu sagen, dass Sie etwas Abstand brauchen, um Ihre Gefühle zu verarbeiten, vor allem, wenn Sie gerade erst die Diagnose für Typ-1-Diabetes erhalten haben [1]. Wenn Sie bereit sind zu reden, lassen Sie andere wissen, wie Sie sich fühlen [1]. Versuchen Sie, Ihre Gefühle offen und ruhig anzusprechen, und zwar zu einem Zeitpunkt, der für alle Beteiligten geeignet ist [1].

Überlegen Sie, ein Familienmitglied zu Ihren Arztterminen mitzunehmen. Das kann Ihnen dabei helfen, Ihren Zustand besser zu verstehen und hoffentlich Spannungen zu beseitigen.

Versuchen Sie, positiv zu bleiben [5]. Manche Menschen mit Diabetes sagen, dass sie auf Grund ihrer Krankheit besser auf sich selbst achten, dass sich ihre allgemeine Gesundheit und Ihr Wohlbefinden verbessert haben und dass sie mitfühlender, selbstbewusster und reifer geworden sind [5]. 

Andere Menschen mit Diabetes erwähnen, dass ein humorvoller Umgang mit der Krankheit helfen kann, sie besser zu bewältigen. Wenn Sie sich wohlfühlen und entspannt mit Ihrer Krankheit umgehen können, werden andere das auch tun [1]. 

Mit Hilfe eines ermutigenden und positiven Netzwerks aus Familie und Freunden können Sie gemeinsam Herausforderungen leichter bewältigen und eine optimistische Einstellung bewahren, die Ihnen in Zukunft nur von Nutzen sein kann [5].

Wie Sie einem Kind Diabetes erklären

Wenn Sie Ihrem Kind Diabetes erklären, ist es wichtig, dass Sie Ihre Worte an den Entwicklungsstand Ihres Kindes anpassen [6]. Wenn Sie zu einfache Worte verwenden, wird Ihr Kind Ihre Erklärung vielleicht nicht ernst nehmen [6]. Wenn Sie zu komplizierte Worte verwenden, könnte das Gesagte missverstanden oder vergessen werden [6].

kind

Beantworten Sie alle Fragen, aber drücken Sie sich möglichst einfach aus [1]. Denken Sie daran, dass Geduld der Schlüssel dazu ist, um Ihren Zustand zu erklären und wie Sie insgesamt mit Ihren Kindern umgehen [1]. Wenn Sie sich in der Gegenwart Ihrer Kinder besonders reizbar und ungeduldig fühlen, könnte dies möglicherweise auf Ihren Blutzuckerspiegel zurückzuführen sein. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Ihre Werte zu messen, behandeln Sie sie gegebenenfalls, und besprechen Sie dann die Situation erneut [1].

Diabetes am Arbeitsplatz: Gespräche mit Kollegen und Ihrem Vorgesetzten

In den meisten Fällen sind Sie nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber Ihren Diabetes offenzulegen, aber ein offenes Gespräch über Diabetes am Arbeitsplatz kann erhebliche Vorteile bringen [8]. 

Bedenken Sie die folgenden Vorteile, bevor Sie entscheiden, ob Sie Ihre Erkrankung offenlegen oder nicht [8]:

Wenn Ihre Kollegen und Ihr Arbeitgeber über Ihren Zustand Bescheid wissen, können sie Ihnen bei einer Unterzuckerung helfen.

Ihr Vorgesetzter kann entsprechende Anpassungen vornehmen, damit Sie sich um sich selbst kümmern können - zum Beispiel, indem er Ihnen einen privaten Bereich zur Verfügung stellt, in dem Sie Ihren Blutzucker messen können, oder indem er Ihnen zusätzliche Pausen einräumt, um Ihren Blutzucker zu messen, Snacks zu sich zu nehmen und Ihren Diabetes zu behandeln.

Sollten sich Ihre Lebensumstände ändern, z.B. wenn Sie schwanger werden oder erkranken, müsste es einfacher sein, von der Arbeit freigestellt zu werden, damit Sie Ihre Arzttermine wahrnehmen können. 

Es kann strategisch sinnvoll sein, im Gespräch mit dem Arbeitgeber den Fokus auf die langfristige Produktivität zu legen. So wird deutlich, dass kleine Anpassungen eine lohnenswerte Investition in Ihre dauerhafte Arbeitskraft darstellen [8].

Mit Menschen, die keinen Diabetes haben, über Ihre Krankheit zu sprechen, kann beängstigend wirken, hat aber auch viele Vorteile [1]. 

Wenn Sie die vorstehenden Tipps befolgen, können Sie ein unterstützendes und ermutigendes Netzwerk mit  Freunden, Verwandten und Mitarbeitern aufbauen [1]. Dieses Unterstützungsnetz kann Ihnen helfen, Ihren Diabetes besser zu bewältigen und Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden langfristig zu verbessern [1, 5]. 
 

Quellen

  1. JDRF, Adult Type 1 Toolkit - Newly diagnosed. Aufgerufen am 16.06.2023. Verfügbar unter: https://www.jdrf.org/wp-content/uploads/2014/01/AdultT1D_Newlydiagnosed.pdf
  2. JDRF, Alcohol,. Aufgerufen am 16.06.2023. Verfügbar unter: https://uni.jdrf.org.uk/toolkit/alcohol/
  3. JDRF, Helping others to understand type 1 diabetes. Aufgerufen am 16.06.2023. Verfügbar unter: https://jdrf.org.uk/wp-content/uploads/2021/06/JDRF-Helping-other-to-understand-type-1-diabetes-leaflet.pdf
  4. CDC, Diabetes Stigma: Learn About It, Recognize It, Reduce It. Aufgerufen am 16.06.2023. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/diabetes/library/features/diabetes_stigma.html
  5. Carrier MA, Beverly EA. Focus on the Positive: A Qualitative Study of Positive Experiences Living With Type 1 or Type 2 Diabetes. Clin Diabetes. 2021;39(2):176-187. doi:10.2337/cd20-0082. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8061556/
  6. Christie, D. (2019), How do children and adolescents understand their diabetes? Pract Diab, 36: 117-120a. https://doi.org/10.1002/pdi.2228
  7. IDF Kids Resources. Aufgerufen am 16.06.2023. Verfügbar unter: https://kids.idf.org/resource/
  8. JDRF, Workplace Toolkit for employees. Aufgerufen am 16.06.2023. Zum Herunterladen verfügbar unter: https://jdrf.org.uk/information-support/newly-diagnosed/information-packs-and-leaflets/
  9. JDRF, TypeOneNation. Aufgerufen am 16.06.2023. Verfügbar unter: https://www.jdrf.org/community/typeonenation/

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